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Gute Jobs für Introvertierte
Es gibt Berufe, die sind besonders gut für Personen geeignet, die gerne im Mittelpunkt stehen und auf andere Menschen zugehen. Die gerne und viel kommunizieren und weniger allein arbeiten wollen. Und auf der anderen Seite gibt es Berufe, die für Personen geeignet sind, die die Rolle der Beobachtenden einnehmen, ruhig sind und sich zurückhalten. Die Introvertierten. Welche Eigenschaften zeichnen introvertierte Personen aus? Welche Stärken bringen sie mit und gibt es besonders passende Berufe für Introvertierte?
Menschen werden häufig in zwei Kategorien unterteilt, wenn es darum geht, wie sie auf andere Menschen zugehen und sozial agieren. Hier wird zwischen extrovertierten und introvertierten Personen unterschieden. Und nicht jeder Job ist optimal für beide Charaktere geeignet. Um das zu eruieren, beginnen wir mit der Definition von extrovertiert und introvertiert.
Extrovertierte Personen sind meist gesprächig, aktiv, gesellig und kontaktfreudig. Zudem sind sie häufig enthusiastisch und ausdrucksstark in ihrer Mimik und Gestik. Weshalb sie von außen auch manchmal als energisch und bestimmt wahrgenommen werden. In den meisten Fällen haben sie auch kein Problem mit der Selbstdarstellung. Kurz gesagt: Sie stehen gerne im Mittelpunkt.
Introvertierte Personen auf der anderen Seite sind ruhig und reserviert. Sie sind meist zurückhaltend und eher schüchtern. Was jedoch nicht heißt, dass Introvertierte unsozial oder ungesellig sind. Sie bevorzugen lediglich den Weg der Zurückhaltung. Statt im Mittelpunkt zu stehen und sich lautstark zu äußern, hören sie lieber zu.
Egal ob extrovertiert oder introvertiert, für beide Personengruppen gibt es passende Berufe. Jobs für Introvertierte können mitunter sehr subtile Tätigkeiten enthalten. Und Zurückhaltung ist dabei kein Nachteil, es gibt zahlreiche erfolgreiche Personen, die eher der Gruppe der Introvertierten zugeordnet werden. Dass man aber als Introvertierte:r keineswegs im Schatten des Erfolgs steht, sondern sehr erfolgreich sein kann, zeigen prominente Beispiele: Angela Merkel, die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin, Barack Obama, der ehemalige US-Präsident, Bill Gates, der Gründer von Microsoft, J.K. Rowling, die britische Schriftstellerin und Autorin von Harry Potter, Mark Zuckerberg, der Gründer und CEO von Facebook, Tim Cook, der aktuelle CEO von Apple – sie alle gelten als introvertiert. Doch das hat sie nicht davon abgehalten Karriere zu machen. Im Gegenteil: Die Erfolgsgeschichten dieser Menschen zeigen, dass Berufe für Introvertierte durchaus von Erfolg geprägt sind. Ruhige Charaktere sind in vielen Berufen gefragt.
Introvertierte Menschen sind nicht ungesellig - sie zeichnen sich lediglich durch eine zurückhaltende Art aus. Doch das ist kein Nachteil. Berufe für Introvertiert findet man in jeder Branche. Und doch sind manche Jobs für Introvertierte mehr geeignet als andere. Das heißt nicht, dass nicht jeder Job für jeden Menschen geeignet ist, wenn er Interesse daran hat, diesen Job auszuüben. Es bedeutet lediglich, dass es Berufe für Introvertierte gibt, die ihrer Komfortzone mehr entsprechen als andere.
Worauf können Introvertierte bei der Berufswahl achten, um sich wohlzufühlen? Im Gegensatz zu Extrovertierten, die sich durch die Leitung von Meetings und die Arbeit in Gruppen angespornt fühlen, brauchen Introvertierte oft Zeit für sich, um Energie zu tanken. Introvertierte Personen sind selbstverständlich in der Lage, die gleichen Aufgaben zu bewältigen wie Extrovertierte. Sie fühlen sich jedoch allgemein wohler mit Berufen, bei denen ihre individuellen Stärken zur Geltung kommen.
Daher sollten introvertierte Menschen darauf achten, einen Beruf zu ergreifen, der ihnen die Möglichkeit gibt, unabhängig und eigenständig zu arbeiten. Zudem ist eine ruhige Arbeitsatmosphäre wichtig, sodass sie ungestört arbeiten können, um die volle Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe oder ein Projekt zu richten. Möglichst wenig Multitasking ist Introvertierten ebenso wichtig – da sie gerne ihre Konzentration auf eine Aufgabe legen – um Chaos zu vermeiden. Introvertierte Personen agieren zudem sicherer im Umgang mit einer geringeren Anzahl Personen und in der persönlichen Interaktion statt des öffentlichen Redens.
Berufe für Introvertiert sollten im besten Fall deren Stärken hervorrufen. Was zeichnet Menschen mit einer introvertierten Art besonders aus? Und wie können sie von diesen Stärken beruflich profitieren?
1. Konzentration: Die Ruhe die Introvertierte ausstrahlen, herrscht meist auch im Inneren. Daher lassen sich introvertierte Menschen nicht so leicht von äußeren Gegebenheiten ablenken wie extrovertierte. Durch ihre Konzentrationsfähigkeit versinken Introvertierte gern in ihren Aufgaben. Im Job ist das von Vorteil, denn gute Konzentration führt auch zu effizienter Arbeitsweise.
2. Selbstreflexion: Introvertierte tendieren dazu, die Position der Beobachter:in einzunehmen. Und das, auch im Umgang mit sich selbst. Daher befassen sich Introvertierte häufig mit Selbstreflektion und Selbstoptimierung. Beruflich ist das ein Vorteil, da sie dazu neigen, ihr eigenes Verhalten und ihre Arbeitsweisen kritisch zu hinterfragen. Und daher auch stetig zu verbessern.
3. Kreativität: Aufgrund ihrer in sich gekehrten Art, sind introvertierte Personen oft kreativ. Die ruhigen Momente regen ihre Kreativität an. Daher ist es ihnen häufig möglich, kreative Lösungen für komplexe Probleme zu finden. Dass das eine Stärke im Beruf ist, ist selbsterklärend. Gute Lösungswege werden immer gebraucht. Und kreative Berufe sind zukunftssicher.
All diese Punkte bedeuten nicht, dass Introvertierte nicht auch Jobs ausüben können, die öffentliche Reden und Gruppendynamiken erfordern. Sie müssen hierfür jedoch eine größere Anstrengung in Kauf nehmen als extrovertierte Personen. Kurzum: In einem passenden Beruf sind Introvertierte häufig zufriedener und effizienter.
Ruhe, wenig Interaktion, Konzentration: Alles Punkte, die Introvertierte ansprechen. Und Teil ihrer Komfortzone sind. Und genauso auch Fakten, die auf die Arbeit im Home-Office zutreffen. Daher ist die Arbeit im Home-Office eine gute Möglichkeit für introvertierte Personen, sich zu entfalten. Und ihrer Arbeit in Ruhe und ohne Ablenkung nachzugehen. Doch ist remotes Arbeiten wirklich so positiv wie es klingt?
Da der Zuspruch für die Arbeit im Home-Office in der Gesellschaft groß ist, stellt sich die Frage, was eigentlich in der Realität überwiegt: die Vor- oder Nachteile des Home-Office? Zwar bietet die Digitalisierung völlig neue Möglichkeiten, um flexibel und ortsunabhängig zu arbeiten, doch ist die Arbeitsweise im Home-Office auch eine Typfrage – und persönliches Empfinden. Extrovertierte Personen vermissen im Home-Office die Interaktion und direkte Kommunikation. Introvertierte könnten durch die räumliche Distanz den Anschluss zum Team verlieren. Fakt ist: gewisse Vorteile treffen nicht auf alle Arbeitnehmende zu und manche Nachteile kommen, je nach Einstellung und Voraussetzung, mehr oder weniger zum Tragen. Zudem ist die Möglichkeit des Home-Office selbstverständlich auch abhängig davon, ob das Jobprofil die Arbeit außerhalb des Büros überhaut zulässt. Die ausführliche Analyse der Vor- und Nachteile und Möglichkeiten zur effizienten Zusammenarbeit im Home-Office für alle Individuen in einem Unternehmen liest Du im Blogartikel Das Homeoffice und seine Vor- und Nachteile.
Introvertierte Personen sind ruhig und reserviert. Sie sind meist zurückhaltend und eher schüchtern. Was jedoch nicht heißt, dass Introvertierte unsozial oder ungesellig sind. Sie stehe nur weniger gern im Mittelpunkt und übernehmen die Rolle der zuhörenden Person. Es gibt genug Berufe für Introvertierte, die deren Stärken positiv hervorbringen, sowie ihrer Komfortzone entsprechen. Dazu zählen kreative Berufe, die Introvertierten die Möglichkeit geben, unabhängig und eigenständig zu arbeiten. Der Fokus auf eine Aufgabe oder ein Projekt fällt Introvertierten leichter als Multitasking. Auch kommt die Arbeit im Home-Office introvertierten Charakteren zugute. Besonders geeignete Berufe für Introvertierte liegen im IT-Bereich, im Design sowie der Content-Erstellung oder Marktforschung.
Ich lebe in Innsbruck und bin Redakteurin an der IU Akademie. Ich liebe gute Magazine, das Schreiben und die Berge - ob im Sommer zum Wandern oder im Winter auf der Piste. Wenn es für mich mal nicht in die Natur geht, rolle ich auch gerne die Yogamatte aus oder tausche die Tastatur des Laptops gegen die Tasten am Klavier.
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